Seniorkom: „Bin doch kein hoffnungsloser Fall!“

Ältere Semester sitzen eher selten in einer Klasse eines Bundesrealgymnasiums. Dass gleich 30 von ihnen den Weg in die Gesamtschule in der Anton-Krieger-Gasse im 23. Wiener Gemeindebezirk gefunden haben, liegt an ihrer Wissbegierde. Sie alle wollten lernen, wie sie erste Schritte am Computer gehen können. Erklärt haben ihnen das Schüler und Schülerinnen einer dritten Klasse (übrigens einer Integrationsklasse), die am Generationen übergreifenden Seniorkom-Projekt teilnehmen.

Im Unterricht hat die Klasse Lerninhalte und Materialien vorbereitet und besprochen, wie sie Wissen an die Seniorinnen und Senioren am besten vermittelt. Die Teilnehmer wurden in zwei Klassenräume aufgeteilt. Jedem von ihnen standen mindestens zwei Schüler zur Seite, die keine Frage unbeantwortet ließen.

Die Schüler wachsen über sich hinaus
Ariane erklärt, wie die Teilnehmer den Computer anschalten und sich einloggen können. Zu schnell? Noch Fragen? "Wenn Sie Hilfe brauchen, fragen Sie die Schüler!". "Aber", so wirft ein Senior ein, "WIR sind doch die Schüler." Und genau das ist ein wichtiger Teil des Seniorkom-Projektes. Nicht nur die Senioren sollen etwas lernen, sondern auch die Jugendlichen. Die eine Generation lernt, mit dem PC umzugehen, die andere, ihr eigenes Wissen zu vermitteln. Und zwar mit Begeisterung. "Das Projekt ist eine tolle Idee für die Schüler", beobachtet eine der Lehrerinnen den Unterricht, "die wachsen so über sich hinaus!" Das wird von den Senioren auch honoriert. "Die sind spitze, die Zwei!", freut sich einer von ihnen über seine Tutorinnen.

Das erste Mal eine Maus in der Hand
Die Teilnehmer sind übrigens überwiegend Teilnehmerinnen. Bei einigen, so klang es durch, könne der Ehemann mit dem Computer umgehen, sei aber absolut nicht in der Lage, das Wissen auch zu vermitteln. Da gingen die Ehefrauen lieber wo anders hin. Eine von ihnen stellte beglückt fest: "Mit hat das sehr gut gefallen! Vor allem habe ich festgestellt, dass ich doch kein so hoffnungsloser Fall bin, wie ich gedacht habe." Eine andere hielt "das erste Mal eine Maus in der Hand". Sie habe früher als Buchhalterin mit Computern gearbeitet, "aber das war ja ganz was anderes".

"Ja, ich habe viel gelernt", freut sich eine ältere Dame nicht nur über das Training. "Die beiden Schüler – die sind ja so charmant!" Und: "Sie haben doch da nächste Woche auch was im 22.!?"

Die Termine
Ja, haben wir. Hier geht es zu den Terminen auf seniorkom.at.

3 Gedanken zu “Seniorkom: „Bin doch kein hoffnungsloser Fall!“

  1. super initiative. das sollte die politik aufgreifen und noch viel breiter aufziehen. ansonsten bleibt es beim tropfen auf den heissen stein.

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